Was ist Rapid Prototyping?
Rapid Prototyping in der Softwareentwicklung bezeichnet den Ansatz, schnell einen funktionsfähigen Prototypen zu erstellen, der die Kernidee einer Anwendung demonstriert. Ziel ist es, frühzeitig Feedback von Nutzern und Stakeholdern einzuholen, bevor in die vollständige Entwicklung investiert wird.
Prototyp-Typen
| Typ | Beschreibung | Einsatz |
|---|---|---|
| Klick-Dummy | Nicht funktional, nur Screens mit Navigation | UX-Feedback, Investorenpräsentation |
| Funktionaler Prototyp | Kernfunktionen implementiert, nicht produktionsreif | Nutzervalidierung, Technik-Machbarkeit |
| MVP (Minimum Viable Product) | Kleinste marktfähige Version | Früher Markteintritt, echtes Nutzerfeedback |
Rapid-Prototyping-Prozess
- Anforderungen aufnehmen: Kernproblem und wichtigste Features identifizieren
- Wireframes/Mockups: Grobe Skizzen der Oberfläche erstellen
- Prototyp bauen: Funktionsfähige Version in kürzester Zeit entwickeln
- Testen: Prototyp mit echten Nutzern validieren
- Iterieren: Feedback einarbeiten, Prototyp verbessern oder verwerfen
Werkzeuge
- Figma / Adobe XD: Für Klick-Dummies und UI-Prototypen
- No-Code-Plattformen: Bubble, Retool für schnelle funktionale Prototypen
- Frameworks: React, Flutter, Qt/QML für technische Prototypen
Rapid Prototyping im Industrieumfeld
Bei der Entwicklung von HMI-Systemen und Industriesoftware ist Rapid Prototyping besonders wertvoll:
- Frühes Bedienerfeedback: Maschinenbediener testen die Oberfläche, bevor sie finalisiert wird
- Hardware-Abgleich: Prototypen zeigen, wie die Software auf der Ziel-Hardware aussieht
- Stakeholder-Abstimmung: Management und Fachabteilung sehen früh, was entsteht
Vorteile
- Risikominimierung: Fehlentwicklungen werden früh erkannt
- Kosten sparen: Falscher Ansatz kostet wenig, wenn er im Prototyp scheitert
- Schnelleres Feedback: Nutzer sehen und erleben statt nur zu lesen
- Bessere Kommunikation: Prototypen sind greifbarer als Spezifikationsdokumente

